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Richard Strauss: Salome

Richard Strauss: Salome

Saarländisches Staatstheater
Premiere 14. April 2018
www.staatstheater.saarland

Musikalische Leitung: Nicholas Milton
Bühne: Sebastian Hannak
Kostüme: Sven Bindseil
Choreografie: Stijn Celis

 

weitere Aufführungen:
20. & 25.04.2018, 12., 15. & 25.05.2018

 

Salome

In seinem Schauspiel Salome stellt Oscar Wilde zwei Welten gegenüber: Die zu Ende gehende diverse Welt der Antike und die neue Einheitsideologie des Christentums. Dem Stück liegt ein geistiger Konflikt, eine Konfrontation der Ideen zugrunde. Es siedelt an einer Zeitenwende. Wilde fächert eine dekadente Endzeitgesellschaft auf, in der alles und nichts gilt, in der aber auch verschiedene Ideen, Konzepte, Religionen nebeneinander existieren. Diese spiegeln sich in den Thesen und Statements der Figuren. Gleich am Anfang ist von Juden, Römern, Griechen, Ägyptern die Rede, die am Hof des Herodes debattieren. Richard Strauss dagegen akzentuiert in seiner Oper Salome die überhitzte Atmosphäre von Sexualität und Gewalt. Salome wird bei ihm zur Lolita, zur Femme Fatale und Jochanaan zum keuschen Heiligen. Sie ist aber auch eine selbstbestimmte junge Frau, die sich (sexuell) emanzipiert und Jochanaan ein prüder Fundamentalist, dessen brachiale Sentenzen die Vielstimmigkeit der Argumente übertönen. Doch ist er auch ein Opfer von staatlicher Gewalt. Im Zentrum der Bühne das schwarze Verlies, in dem Jochanaan vegetiert, am Rande des Wahnsinns, in Isolationshaft. Die macht aus dem Propheten einen Fanatiker, der seine Flüche herausschreit. Ein schwarzes Loch mit Hieben und Schmissen an den Wänden, vollgekritzelt mit Zeichnungen, Formeln, Theorien, Welterklärungsmodellen. In der Mitte überdimensionale Engelsfiguren, die Jochanaan beschützen, abschirmen, hinter denen er sich verbarrikadiert. Um und hinter dieser schwarzen Zelle der Palast des Herodes, abgeschirmt von einer Betonmauer. Schlitze mit Einblicken in die Schwärze, aus der die Stimme klingt, über die alle sprechen, die alle fasziniert und ängstigt. Salome dringt in den schwarzen Raum ein. Jochanaan wird mit einem Kabel an einem der Engel fixiert, ist zunächst wehrlos. Salome betrachtet ihn, berührt ihn, erniedrigt ihn, befreit ihn. Jochanaan flieht zu den Engeln. Der schwarze Raum schließt sich, spuckt Salome aus. Vor Herodes’ Betonwänden stapeln sich Ruinenreste, Trümmer von Zivilisation, Müll der Zeiten. Darauf sitzen die Juden und debattieren. Jesus-Anhänger, Agnostiker mischen sich ein. Jochanaans Stimme klingt aus den Trümmern. Herodias wird hysterisch und Herodes hat Angst. Die Betonwände vorne verengen sich zu einer Theatersituation für Salomes Tanz. Herodes als Zuschauer, Voyeur, Publikum. Salome filmt ihn und sich. Wir schauen in sein überdimensionales Gesicht, während Salome entgleitet in Traumsequenzen von Romantik, Liebe, Sex, Gewalt. Alle werden Teil des surrealen Totentanzes, der in Jochanaans schwarzem Raum endet. Trümmer und gestürzte Engelsfiguren liegen durcheinander. Hinter einem der gestürzten Engel wird Jochanaan exekutiert. Seine kopflose Leiche wird an einen Tisch gesetzt, der Kopf liegt auf dem Tisch. Salome setzt sich zu ihm, spricht mit ihm wie mit einem lebendigen Gegenüber, küsst ihn. Die Wände verschließen den schwarzen Raum, zerquetschen sie, schieben sie ins Off. Herodes klebt zitternd an der Außenwand. Man töte dieses Weib.

Christoph Willibald Gluck: Orpheus und Eurydike

Christoph Willibald Gluck: Orpheus und Eurydike

Vereinigte Bühnen Krefeld und Mönchengladbach
Theater Mönchengladbach
Premiere 15. Juni 2017

Theater Krefeld
Premiere 17. Februar 2018

 
Musikalische Leitung: Werner Erhardt
Regie: Jakob Peters-Messer
Bühne & Kostüme: Markus Meyer
Choreografie: Robert North

weitere Aufführungen:
02.03.2018
14. & 22.04.2018
13.05.2018
13. & 28.06.2018
www.theater-kr-mg.de

 

Foto: Bettina Stöß

Trailer Vereinigte Bühnen Krefeld Mönchengladbach

Richard Wagner: Der fliegende Holländer

Richard Wagner: Der fliegende Holländer

Foto: Bettina Stöß

Anhaltisches Theater Dessau
Premiere 01.10.2016
www.anhaltisches-theater.de

Musikalische Leitung: Markus L. Frank
Regie:  Jakob Peters-Messer
Mitarbeit Regie: Björn Reinke
Bühne & Lichtdesign: Guido Petzold
Kostüme: Sven Bindseil

weitere Aufführungen:
30.03.2018
29.04.2018
03.06.2018

Richard Wagner: Die Walküre

Theater Magdeburg
Premiere 08. September 2018

Jakob Peters-Messer / Bettina Stöß (Hg.): Inszenierungen

Jakob Peters-Messer / Bettina Stöß (Hg.): Inszenierungen

Jakob Peters-Messer / Bettina Stöß (Hg.)
Inszenierungen
176 Seiten
140 Farbabbildungen
Klappenbroschur
28 x 24 cm
€ [D] 34,90 € [A] 35,90 sFr 49,90
ISBN 978-3-89487-699-9

Chronologisch nach Aufführungsjahren geordnet und von einführenden Texten zu den Stücken begleitet, zeichnet das im Henschel Verlag erschienene Buch in 140 Farbaufnahmen der Theaterfotografin Bettina Stöß die künstlerische Entwicklung im Schaffen des Opernregisseurs Jakob Peters-Messer seit 2004 nach. In zwei vorangestellten Essays kommen Bodo Busse, der Intendant des Landestheaters Coburg, und die Autorin und Theaterwissenschaftlerin Micaela von Marcard zu Wort.

März 2011
Jörg Restorff (Kunstzeitung): «ein wunderbarer Fotoband, der 14 Inszenierungen des Opernregisseurs Jakob Peters-Messer Revue passieren lässt»

Mai 2011
Friedemann Kluge (Das Orchester): «Der aufwändig gestaltete Bildband stellt 14 Inszenierungen des Regisseurs Jakob Peters-Messer in begeisternden Fotografien der Theaterfotografin Bettina Stöß vor. Ihre Bilder dokumentieren die Arbeit des Regisseurs in kongenialer Weise, sind aber auch Kunstwerke sui generis. (…) Ein Opernbuch, schön, wie Oper ohne Musik nur eben sein kann!»

Juni 2011
Eberhard Kneipel (Thüringen Kulturspiegel): «Angesichts dieser faszinierenden Bilderwelt möchte man sich flugs zu einem Theaterbesuch aufmachen. Egal welches Stück gespielt wird, ob Repertoire oder Neuschöpfung, ob ausgegraben oder wiederbelebt. (…) Nicht egal, ja Bedingung wäre hingegen, dass dieser Regisseur Jakob Peters-Messer am Werke ist. Und gemeinsam mit seinem Team (…) jene kunstvollen Szenen-Kreationen geschaffen hat, die beim Zusehen die Fantasie zu tollen Sprüngen animieren, die dem Geist Nahrung geben und bei denen selbst die verstörendsten Momente ästhetischen Genuss evozieren. Tja, wir aber müssen hier bleiben, beim Buch. Doch dessen Bilder über Bilder, die Bettina Stöß aus allen Perspektiven, in eindrucksvollem Format, mit bezeichnenden Details von 14 Inszenierungen aufgenommen hat, (…) entschädigen auf ihre Weise für einen entgangenen Theaterabend, auf den sie doch so neugierig machen. (…) Die Formen und Farben, die Räume und die Requisiten, die Gestalten und die Gesten sind stets in ihrem „prägnanten Punkt“ erfasst und abgelichtet. In jenem Augenblick also, der den Zuschauer erhellt und der zum Leser spricht. Und das „Geheimnis“ dieser originellen Bühnenfantasien liegt  im Vermeiden jeglicher eindimensionaler Lesarten und Sichtweisen durch den Regisseur. Weder „Werktreue“ noch „Regietheater“ werden inthronisiert. Stilebenen aus allen Epochen beleben die Bühne und schaffen (…) reiche reizvolle Assoziationsräume. Und stets sind politische Implikationen und Situationen mitgedacht und über die Figuren „gelegt“, so dass alles Belanglose und Beliebige außen vor bleibt. Jegliche plumpe Aktualisierung und Belehrung auch. Der Zuschauer hat die Freiheit, sich selbst zu den Stücken, den Hintergründen, den Deutungen in Beziehung zu setzen. Sich sein eigenes Bild zu machen. (…) Und dem Verlag ist – nach dem Porträt-Band über Marco Arturo Marelli – mit diesem Inszenierungs-Buch über Jacob Peters-Messer erneut ein opulenter Bildband und ein großer Wurf in Richtung heutige Theaterkunst gelungen.»