Biografie

Porträt Jakob Peters-Messer
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Jakob Peters-Messer wird 1963 in Viersen am Niederrhein geboren. Nach dem Studium der Musiktheaterregie in Hamburg ist er von 1987 bis 1991 als Regieassistent von Götz Friedrich an der Deutschen Oper Berlin tätig und produziert während dieser Zeit Mozarts „La Finta Giardiniera“ am Hebbel-Theater. Die Aufführung erhält 1990 den Kritikerpreis der „Berliner Zeitung“. Nach dem Ende seines Engagements an der Deutschen Oper führt ihn die  Zusammenarbeit mit Nikolaus Lehnhoff in das europäische Ausland und die USA. Seit 1994 arbeitet Jakob Peters-Messer als freischaffender Regisseur. Er lebt in Berlin.

Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt zunächst im Bereich der Neuen Musik und der Barockoper. Erste Inszenierungen entstehen an der Staatsoper Berlin: „Orpheus oder die wunderbare Beständigkeit der Liebe“ (Telemann), „La Didone“ (Cavalli) und die Uraufführung „Komödie ohne Titel“ (Müller-Wieland). Es folgen Werke von Monteverdi, Cavalli, Mazzocchi, Händel, Keiser, Vinci, Vivaldi, Gluck, Haydn und Mozart. Gleichzeitig erarbeitet sich Jakob Peters-Messer das Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts mit Opern von Verdi, Wagner, Massenet, Puccini, aber auch Raritäten und unbekanntere Opern wie Schostakowitschs „Die Nase“, Max von Schillings „Mona Lisa“, Massenets „Grisélidis“, Mascagnis „Iris“ oder Szymanowskis „König Roger“.

2006 bringt er mit „Giulio Cesare“ die erste szenische Aufführung einer Händeloper in Israel an der Israeli Opera in Tel Aviv auf die Bühne. Die Uraufführungsinszenierung von Jeffrey Chings „Das Waisenkind“ am Theater Erfurt erhält 2010 den Publikumspreis „Beste Oper der Spielzeit 2009/2010“. Überregionale Beachtung finden auch die Erstaufführung von Meyerbeers „Vasco de Gama“ am Theater Chemnitz 2013, die „Tristan und Isolde“-Inszenierung 2013 für die Nederlandse Reisopera, die von Publikum und Kritikern in den Niederlanden zur „Oper des Jahres“ gewählt wird, sowie die Zusammenarbeit mit Parnassus Arts Productions bei „Catone in Utica“ von Leonardo Vinci beim Versailles Festival 2015. Über 20.000 Zuschauer sehen im Sommer 2016 die „Tosca“ bei den Erfurter DomStufen-Festspielen, die Oper Bonn zeigt die „Fidelio“-Inszenierung 2016 als Gastspiel beim internationalen Opernfestival in Daegu, Korea. An der Oper Leipzig inszeniert er 2017 „Don Carlo“ und 2020 „Il Trovatore“. Die Uraufführungsinszenierung von Siegfried Matthus‘ letzter Oper „Effi Briest“ kommt 2019 am Staatstheater Cottbus heraus. 

In den letzten Jahren setzt sich Jakob Peters-Messer vermehrt mit den Komponisten des Exils im 20. Jahrhunderts auseinander: „Die tote Stadt“ und „Das Wunder der Heliane“ von Erich Wolfgang Korngold (Nederlandse Reisopera 2018 und 2023) und „Der König Kandaules“ von Alexander Zemlinsky (Anhaltisches Theater Dessau 2023). „Fremde Erde“ von Karol Rathaus am Theater Osnabrück wird 2022 in der Kategorie „Beste Inszenierung Musiktheater“ für den Faust Theaterpreis nominiert. Am Theater Bonn trägt er mit „Ein Feldlager in Schlesien“ von Giacomo Meyerbeer (2022) und „Columbus“ von Werner Egk (2024) zur Reihe „Focus’33 – Forschungsreise zu den Ursachen von Verschwinden und Verbleiben“ bei. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Saarländischen Staatstheater Saarbrücken. Nach Salome“, Rosenkavalier“ und Turandot“ folgt 2024 die Uraufführung von Gustav Holsts „Sita – founded on the ancient Hinddo Epic The Ramayana”. Zukünftige Projekte sind geplant in Straßburg, Hannover, Bonn und Osnabrück mit „Der ferne Klang“ von Franz Schreker.

 

Dirigenten

Frank Beermann, Alan Curtis, René Jacobs, Konrad Junghänel, Jörg Halubek, Thomas Hengelbrock, Antony Hermus, Roland Kluttig, Antonello Manacorda, Riccardo Minasi, George Petrou, Sébastien Rouland, Andreas Spering, Christoph Spering, David Stern

 

Oper national

Berlin, Bonn, Braunschweig, Chemnitz, Coburg, Cottbus, Dessau, Dortmund, Erfurt, Heidelberg, Krefeld-Mönchengladbach, Leipzig, Lübeck, Magdeburg, Mannheim, Nürnberg, Oldenburg, Wiesbaden, Wuppertal

 

Oper international

Bern, Bordeaux, Dublin, Nederlandse Reisopera (Enschede u.a.), Liège, Lissabon, Montpellier, Nizza, St. Gallen, Tel Aviv

 

Festivals

Festival dei Due Mondi, Spoleto, Daegu International Opera Festival, Festwochen der Alten Musik Innsbruck, Flandern Festival Antwerpen, Internationale Maifestspiele Wiesbaden, Musikfestspiele Potsdam Sanssouci, Musiktheaterbiennale München, Magdeburger Telemann-Festtage, Potsdamer Winteroper, Schwetzinger Festspiele, Versailles Festival

 

Auszeichnungen

1990 Kritikerpreis der „Berliner Zeitung“ („La Finta Giardiniera“, Hebbel-Theater, Berlin)

2010 Publikumspreis „Beste Oper der Spielzeit 2009/2010“ („Das Waisenkind“, Theater Erfurt)

2013 „Oper des Jahres“ in den Niederlanden („Tristan und Isolde“, Nederlandse Reisopera)

2022 Nominierung in der Kategorie „Beste Inszenierung Musiktheater“ für den Faust Theaterpreis. („Fremde Erde“, Theater Osnabrück)